Karl Freller: „Damit die Erinnerung lebendig bleibt“

Karl Freller: „Damit die Erinnerung lebendig bleibt“

Landtagsvizepräsident bei Gedenkfeiern im französischen Tulle und Oradour sur Glane

Schwabach / München – Erster Landtagsvizepräsident Karl Freller nahm am 09. und 10. Juni 2022 an den Gedenkfeiern im französischen Tulle und Oradour teil. Die Gedenkfeiern werden alljährlich zur Erinnerung an die im Jahr 1944 bei SS-Massakern getöteten Einwohner mit hohen Staatsgästen abgehalten.

Den Feierlichkeiten wohnten auch etliche mittelfränkische Bezirksräte bei, so u.a. CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Daniel Forster und Bezirkstagspräsident Armin Kroder, da der Bezirk Mittelfranken seit etlichen Jahren eine Partnerschaft mit der dortigen Region Nouvelle-Aquitaine hat.

Im Sommer 1944 verübte die SS-Division „Das Reich“ als Reaktion auf den militärischen Erfolg des französischen Widerstandes zahlreiche Kriegsverbrechen gegen die dortige Zivilbevölkerung.

So fielen am 09. Juni 1944 der SS-Division im französischen Tulle 99 Zivilisten zum Opfer, erhängt an Balkonen und Laternenpfosten. Der ehemalige französische Staatspräsident Francois Hollande, der von 2001 bis 2008 Bürgermeister in Tulle war und seitdem eine enge Bindung zur Stadt pflegt, begleitete – wie auch die Jahre zuvor – die Gedenkfeier, um an den grausamen Tod der 99 Tullistes zu erinnern.

Neben der Gedenkfeier in Tulle, gedenkt die Stadt Oradour-sur-Glane jedes Jahr am 10. Juni der Opfer der Nationalsozialisten. Am 10. Juni 1944 wurde das ca. 100 Kilometer von Tulle entfernte Oradour-sur-Glane durch die SS-Division völlig zerstört, nahezu alle Einwohner wurden dabei ermordet, es gab nur wenige Überlebende. Bei dem als „Massaker von Oradour“ in die Geschichte eingegangenen Kriegsverbrechen handelt es sich mit 642 Opfern, darunter 452 Frauen und Kinder, um das zahlenmäßig größte Massaker in Westeuropa.

Heute erinnern die als Ruinen erhaltenen Überreste des ehemaligen Oradour-sur-Glane an die schrecklichen Gräueltaten. Zudem haben es sich die wenigen Überlebenden des Massakers zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten als Mahnung für künftige Generationen aufrecht zu erhalten und die Aufarbeitung dieses dunklen Abschnitts der deutsch-französischen Geschichte zu fördern.

Besonders hervorzuheben ist dabei das Engagement des Überlebenden Robert Hébras, der sich bis ins hohe Alter (96) als Zeitzeuge und Buchautor für die Erinnerungsarbeit einsetzt. Zeit seines Lebens hat sich der frühere Widerstandskämpfer um die Verständigung und Versöhnung zwischen Deutschland, Frankreich und Österreich bemüht.

Robert Hébras war mit dem Bürgermeister Philippe Lacroix bereits 2015 Teil einer Delegation aus Oradour, die durch den damaligen Vizepräsidenten Reinhold Bocklet im Bayerischen Landtag empfangen wurde, um die deutsch-französische Versöhnung von Generation zu Genration hin zu einer freundschaftlichen Partnerschaft weiterzuentwickeln.

Diese zwischen Oradour und Bayern seit über 15 Jahren bestehenden, vertrauensvollen Beziehungen, gelte es zu pflegen und zu vertiefen, so Erster Landtagsvizepräsident Karl Freller.

Im Rahmen der Gedenkfeier dankte Erster Landtagsvizepräsident Karl Freller, im Nebenamt Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, dem Überlebenden Robert Hébras für dessen außergewöhnliches Engagement um die Erinnerung, das Gedenken und die Aufarbeitung der 1944 begangenen Kriegsverbrechen und betonte, wie wichtig die Erinnerungsarbeit sei, um derartige Verbrechen gegen die Menschlichkeit für künftige Generationen zu verhindern. Diese Botschaft erfahre angesichts des Krieges in der Ukraine und dem Leid der dortigen Zivilbevölkerung eine erschreckende Aktualität.

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