Treffpunkt Biologische Vielfalt bei der Wissenschaftsnacht 2022: Tiergarten Nürnberg

Treffpunkt Biologische Vielfalt bei der Wissenschaftsnacht 2022: Tiergarten Nürnberg

Die Lange Nacht der Wissenschaften im Mai 2022 bot kleinen und großen Besuchern vielfältige Einblicke, unter anderem in die Forschung für den Artenschutz im Nürnberger Tiergarten. In der Bionicum Ausstellung gab es Antworten auf die Fragen, warum eine Eidechse so mühelos im Sand schwimmen kann, wie die Spinne ihr imposantes Netz spinnt, was den Hai so wahnsinnig schnell macht, und wie sieht es aus, wenn Roboter tanzen. Hier ein paar Kurzeindrücke.

Zum mittlerweile 10. Mal eröffneten am Samstag, 21. Mai nach pandemiebedingter Pause wieder unterschiedliche wissenschaftliche Einrichtungen aus dem Städtedreieck Nürnberg – Fürth – Erlangen spannende Perspektiven. Die Lange Nacht der Wissenschaften, die in der Region bereits seit 2003 hohen Anklang bei Jung und Alt findet, hat rund 20.000 Besucherinnen und Besucher angezogen. Auch der Tiergarten Nürnberg beteiligte sich und zog ebenso bis tief in die Nacht das Publikum an. Dabei gaben Wissenschaftler des Tiergartens nicht nur umfassende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte, sondern nahmen Besucherinnen und Besucher zu den Delphinen, Manatis und auch Fledermäusen mit.

Seekühe, Fledermäuse und Co. bei der Langen Nacht der Wissenschaften

Wie kann Forschung zum Artenschutz beitragen und welche Projekte laufen aktuell im Tiergarten Nürnberg? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Programms im Nürnberger Tiergarten. Los ging es um 18 Uhr mit dem Thema “Sinnesphysiologie der Delphine”. Delphine haben eine Reihe von sensorischen Anpassungen entwickelt um sich unter Wasser zurecht zu finden und sind in der Lage selbst im trüben oder dunklen Wasser Beutefische aufspüren zu können. In erster Linie nutzen sie dafür ihr natürliches Sonarsystem. Auch der Tiergarten Nürnberg erforscht die Sinnessysteme der Delphine und hat sich dabei auf einen besonderen Sinn der Delphine spezialisiert, die sog. Elektrorezeption, der Fähigkeit zur Wahrnehmung elektrischer Felder im Wasser, die man vorher nur von Haien kannte. In einem Vortrag erklärte Dr. Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz beim Tiergarten, wie das Sonarsystem der Delphine funktioniert und wie sie elektrische Felder im Wasser wahrnehmen.

Der Nürnberger Tiergarten ist seit den 70er Jahren eine der führenden Institutionen, die Seekühe, auch Manatis genannt, halten und erfolgreich züchten. Im Blauen Salon erzählte von Fersen, wie es dazu kam, was er durch Forschungsprojekte herausgefunden hat und nicht zuletzt wie die Situation der Tiere in freier Wildbahn aussieht.

Den Abschluss des Programms bildete um 22 Uhr das Thema “Ökologie der Fledermäuse”. Dr. Ralph Simon, Biologe und Wissenschaftler im Tiergarten, zeigte in seinem Vortrag mit Führung durchs nächtliche Manatihaus, welche außergewöhnlichen Anpassungen Fledermäuse hervorgebracht haben und warum sie so wichtig für ein intaktes Ökosystem sind. Denn mit über 1400 Arten sind Fledertiere nicht nur die zweit artenreichste Gruppe der Säugetiere, sondern auch extrem wichtige Bestandteile der weltweiten Ökosysteme.

Natur als Vorbild für Technik: Bionicum Ausstellung

Die Erfindungen der Natur entschlüsseln und in die Technik umsetzen – das ist Bionik. In stündlichen Robotervorführungen bei der Wissenschaftsnacht zeigte die interaktive Bionicum Ausstellung, wie Bionik-Forschung das Leben in der Zukunft umweltfreundlicher und leichter macht. Die Sonderausstellung im Tiergarten Nürnberg informiert über die gesamte Bandbreite der Bionik und lüftet die Geheimnisse technischer Entwicklungen nach den Vorbildern der Natur.

Übrigens: Erstmals hat die Wissenschaftsnacht nicht im Herbst, sondern im Mai stattgefunden; weshalb einige der über 750 Programmpunkte an 130 Veranstaltungsorten im Großraum Nürnberg auch unter freiem Himmel stattfinden konnten.

Mehr Infos zur Langen Nacht der Wissenschaften gibt es unter www.nacht-der-wissenschaften.de.

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Beitrag aus der RESONANZ-Rubrik  “PLANET ZOOWELT” / ” ПЛАНЕТА ZООМИР”

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