OFFENER WETTBEWERB ZUR UMGESTALTUNG DES MEMORIUMS NÜRNBERGER PROZESSE

OFFENER WETTBEWERB ZUR UMGESTALTUNG DES MEMORIUMS NÜRNBERGER PROZESSE

Nürnberg – Das Planungs- und Baureferat hat einen offenen Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Umgestaltung des Umfelds am Memorium Nürnberger Prozesse und zum Neubau eines Besucher- und Besucherinnenzentrums europaweit ausgelobt. Eine Entscheidung durch das Preisgericht ist für Mitte November 2022 vorgesehen.

Im Ostflügel des Justizpalasts in der Bärenschanzstraße ist das Memorium Nürnberger Prozesse als Erinnerungsstätte am authentischen und historischen Ort angesiedelt. Hier befindet sich auch der geschichtsträchtige Schwurgerichtssaal 600, der zwischenzeitlich für die Einbeziehung in den Ausstellungsrundgang freigegeben wurde. Die Internationale Akademie Nürnberger Prinzipien, eine Stiftung zur Förderung des Völkerstrafrechts, ist hier seit Kurzem ebenfalls ansässig.

„Nürnberg ist – als Ort der Nürnberger Prozesse – die Wiege des internationalen Völkerstrafrechts und versteht sich aus historischer Verantwortung als Stadt des Friedens und der Menschenrechte. Das Memorium gehört zu unseren bedeutenden historischen Lern- und Erinnerungsorten und steht in internationalem Fokus. Mit der Gestaltung des Umfeldes haben wir die Chance, der geschichtlichen Bedeutung des Ortes gerecht zu werden“, so Oberbürgermeister Marcus König.

Seit der Eröffnung im Jahr 2010 hat sich das Memorium Nürnberger Prozesse zum Publikumsmagneten entwickelt, insbesondere von Touristen aus dem Ausland. Für die Zukunft plant das Memorium umfassende Erweiterungen, die sowohl die Dauerausstellung und den Saal 600 als auch die Bedingungen für die Bildungsarbeit und Angebote des Besucherservices umfassen.

Durch die Fertigstellung des neuen Strafjustizzentrums westlich des Justizpalasts im Jahr 2018 wurde die Möglichkeit geschaffen, den Ostflügel umzustrukturieren und fast die gesamte Fläche künftig museal zu nutzen. Darüber hinaus wurde von der Stadt Nürnberg das Areal einer ehemaligen Kfz-Werkstatt an der Ecke Bärenschanzstraße/Fürther Straße erworben. Die ehemalige Werkstatt wird heute interimsweise, bis zur Fertigstellung des Besucher- und Besucherinnenzentrums, als Wechselausstellungsort Cube 600 genutzt.

Bürgermeisterin Prof. Dr. Julia Lehner betont: „Zuletzt haben jährlich über 100 000 Menschen den historischen Ort, von dem aus die Impulse zur Begründung eines modernen Völkerstrafrechts ausgingen, an dem ranghohe Vertreter des NS-Regimes sich vor einem internationalen Tribunal verantworten mussten, in den wenigen Jahren seit Gründung aufgesucht. Eine adäquate Aufwertung des Umfeldes und der Besucherinfrastruktur sollen die Einrichtung, die nicht nur als historischer Ort Bedeutung besitzt, sondern in gleichem Maße als Ort der Bildung und der Forschung, nun weiter aufwerten. Das ist eine sehr gute Nachricht.“

Zur Sicherung der städtebaulichen und gestalterischen Qualität wurde Anfang April ein offener freianlagenplanerischer und hochbaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb europaweit ausgeschrieben. „Das Memorium Nürnberger Prozesse gehört zu einem der wichtigen Orte der Weltgeschichte. Mit dem offenen Wettbewerb steigen wir nun in die städtebauliche Neuausrichtung des Vorplatzes ein. Das große öffentliche Interesse macht es notwendig, historische Aufklärungsarbeit in einem angemessenen Umfeld bieten zu können“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.

Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren werden die eingegangenen Arbeiten in einer öffentlichen Ausstellung gezeigt.

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